Die Geschichte der Iomuds, (auch Yamout, Yomud)

Yomuds werden in einigen Fällen als die „armen Verwandten“ der Achal-Tekkiner bezeichnet; dies bezieht sich einerseits auf den Bekanntheitsgrad, aber auch auf  Power und Erscheinungsbild. Das ist nicht ganz fair. Zwar ist der Yomud nicht so schnell wie ein Achal-Tekkiner, aber nicht minder ausdauernd und genügsam. Das kommt nicht von ungefähr:

Sowohl Achal-Tekkiner, als auch Yomuds stammen aus den gleichen Ursprüngen, den Turkmenen und differieren lediglich durch den Anteil an Englischem Vollblut bei den Achal-Tekkinern in den frühen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts (University of Kentucky by Dr. Gus Cothran) und dem Anteil an Kasachenblut in den frühen 20ern bei den Yomuds. Übrigens: Kasachen sind  auch die frühen Vorfahren des Karabagh und des Dillboss.

Eigentlich ist die Entstehung der Rasse kaum zu glauben, sie ist sehr komisch. Yomud Turkmenen spielten mit Sicherheit in der Enstehungsgeschichte der Achal-Tekkiner eine entscheidende Rolle. Pferde mit deutlichem Yomud-Typ tauchen auch heute noch in Pferden der Achal-Tekkiner Rasse auf und auch ältere Fotos zeigen häufig Achal-Tekkiner Hengste mit ausgeprägtem Yomud-Typ.

Yomuds waren nirgends so zahlreich wie in Turkmenistan, da die Yamout Turkmenen in Gegenden lebten, die niemals von den Sovjets besetzt waren. Als Makhum-Kala zu Beginn des 19ten Jahrhunderts staatliches Gestüt wurde, wurden Yomuds dorthin gebracht, um eine gezielte Zucht zu beginnen.

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts war es Stalin, der Pferdebesitz als bourgeois und aristokratisch ansah und daher als Privatbesitz verbot. Viele Turkmenen verließen daraufhin Turkmenistan und flohen mit ihren Familien und ihren Pferden in den Iran, andere blieben zwar in Turkmenistan, entließen ihre Pferde aber in die Freiheit der Steppe. Das war nicht unbedingt schwierig für das Überleben der Pferde, da sie von jeher gewohnt waren, ihre Nahrung in Tabunen frei in der Steppe zu suchen.

Stuten gruppierten sich zu Herden und trafen auch mit anderen Tabunen zusammen, die den Yamout Turkmenen gehörten. Sie machten auch keinen Halt an irgendwelchen Grenzen und mischten sich so auch mit Herden der Turkmenen. 1926 wurde eine solche Herde von den Turkmenen eingefangen, die dann mit Achal-Tekkiner- und Kasachenhengsten die Basis für eine Yomud Zucht bildeten.

Yomuds fanden leider niemals die Aufmerksamkeit, die Achal-Tekkiner genossen, aus diesem Grund sank ihre Zahl alarmierend auf etwa 140 Stuten im Jahre 1980.

1983 wurde extra für Iomuds ein Gestüt in Tashauz, Turkmenistan gegründet und innerhalb von sechs Jahren stieg die Zahl der Iomuds auf 946 Pferde. Trotzdem besteht Veranlassung, diese Zahl in Frage zu stellen.  Angenommen, alle 140 Stuten seien zu 100% fruchtbar gewesen und alle Fohlen und Stuten hätten in jedem Jahr überlebt und alle Fohlen hätten nach vier Jahren erneut Fohlen produziert, die alle überlebt hätten, hätte die Population nach sechs Jahren bestenfalls auf 1.400 steigen können. Dies ist jedoch eine extrem unwahrscheinliche Annahme. Wenn die Stuten nur durchschnittlich fruchtbar waren (80%) und die Fohlen nur durchschnittlich überlebt haben (großzügig berechnet etwa 90%), dann wären 648 Stuten, Fohlen und Enkelfohlen die bestmögliche Zahl, die erreicht werden konnte.

Da damals sogar Achal-Tekkiner, die eigentlich eine höhere Beachtung fanden als Yomuds, wenn nötig, zur Fleischgewinnung gehalten wurden, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass dies auch bei den Iomuds so gehalten wurde.. Das macht die Zahl von 648 eher unglaubwürdig.

Woher kommen also die anderen Yomuds? Es ist durchaus denkbar, dass Pferde der Turkmenen aus dem Iran über die Grenze wanderten und niemals wieder zurück kehrten, aber das lässt sich nicht beweisen.

YIomuds haben einen etwas kürzeren Rumpf, sind insgesamt etwas kompakter als Achal-Tekkiner und wirken wendiger, gefälliger als der doch manchmal hochbeinig und staksig anmutende Achal-Tekkiner. Yomuds sind ausgesprochene Gebirgspferde, haben daher also einen etwas kürzeren Hals, aber ein genauso schimmerndes Fell in grau, braun und rot wie ihre Verwandten: die Achal-Tekkiner, Dillbossen und Karabaghen, sie haben grade Nasen, manche sogar leicht ramsnasige wie ihre Achal-Tekkiner Verwandschaft. Im 14. Jhd. Hat auch das arabische Pferd Einfluss auf die Zucht des Yomud genommen, ebenso wie bei Karabaghen und Dillbossen. Der Yomud hat eine schön gerundete Kruppe mit guter Bemuskelung. Mähne und Schweif sind sparsam behaart. Die Größe der Yomuds schwankt zwischen 148 cm und 152 cm, wobei Rumpflänge etwa 151 cm und die Röhrbeinumfang etwa 18,3 cm. Der Yomud ist ein gesundes, langlebiges Pferd. Es zeigt eine fließende Trabaktion. Zur Zeit gibt es etwa 200 Yomud Stuten. Sie werden im Distrikt Kysyl-Atrek Distrikt gezüchtet, aber auch noch immer in Turkmenistan.

 

yomud