|
Lokaier - eine
lockige Pferderasse aus Tadschikistan
Wie beinahe alle ursprünglichen Pferderassen aus der
ehemaligen Sowjetunion ist der Lokaier ein relativ kleines Pferd, mit
durchschnittlich 1,52 m Stockmaß. Die Heimat der Lokaier, Tadschikistan
ist auch die Heimat der Lokaier, einem Nomadenvolk, die mit den Usbeken
verwandt sind.
Die
Rasse gehört wie die Kabardiner und Karabaghen einer Gebirgspferderasse
an und ist außerordentlich robust und kräftig; eignet sich daher sowohl
als Pack-, als auch als Reit- und Arbeitspferd. Man geht davon aus, dass
der Lokaier im 16. Jahrhundert entwickelt wurde. Aus einheimischen
Landrassen wurde mit Arabern, Karabaiern und Yomud, aber auch Turkmenen
und Achal-Tekkinern eine Rasse entwickelt, die das ganze Jahr über in
Tabunen (Herden) im Freien gehalten wird, wodurch sie sich zu äußerst
zähen, ausdauernden, trittsicheren und robusten kleinen Pferden
entwickelten, die vor allem in Langstreckeneinsätzen ihre volle
Fähigkeit entfalten können. Wie alle "Russen" werden auch bei den
Lokaiern die Jungtiere auf den Rennbahnen von Duschanbe und Taschkent
regelmäßigen Leistungstests (Rennen) unterworfen. Lokaier werden, weil
sie so schnell und wendig, dabei auch unerschrocken und mutig sind oft
auch für das haarsträubende Reiterspiel Kokpar eingesetzt, bei dem die
Reiter um einen Ziegenkadaver kämpfen und das so gut wie keine Regeln
kennt. Auch im Distanzsport werden Lokaier häufig eingesetzt.
Besonders auffällig: einige Lokaier haben ein besonders
lockiges Fell, das auf den Hengst Farfor zurückgeht, einem Rotfuchs mit
lockigem Fell, der von 1955 bis 1970 in der Zucht einges4etzt wurde.
Derzeit werden experimentelle Zuchtexperimente durchgeführt, um mehr
über das Lockengen herauszufinden. Der Lokaier hat im allgemeinen einen
ausgezeichneten Charakter, ist ruhig und fügsam und besitzt eine
großartige Konstitution und Ausdauer.
Er
hat einen edlen Kopf mit geradem Profil und einen kurzen, muskulösen Hals.
Die Schultern sind verhältnismäßig schräg mit einer breiten und tiefen
Brust, einem breiten Widerrist und einem kurzen Rücken mit einer muskulösen
Hinterhand. Die Beine sind kräftig mit ausgeprägten Sehnen, häufig, wie bei
sehr vielen Gebirgspferden, kuhhessige und zehenweite Stellungen, was
sich jedoch keinesfalls auf die Leistung auswirkt. Fellfarben: Fuchs Braune,
Schimmel, seltener Rappen und Isabellen.
Verena
scholian
sinngemäß
aus dem 3. Band von Jasper Nissen: Enzyklopädie der Pferderassen |