Baschkirenpony

Beschreibung: Das 132 cm bis 142 cm große Pony zeichnet sich durch gesunde Konstitution hohe Anpassungsfähigkeit an klimatische Bedingungen aus. Es gibt Mausgraue und Falben, bei veredelten Typen auch Füchse, Isabellen und Braune. Man unterscheidet zwei Typen: Reit- und Zugpferdetyp. In ihrem Aussehen sind sei den benachbarten kirgisischen Pferden Pferden sehr ähnlich, doch weniger trocken und haben auch ein mehr entwickeltes Knochengerüst. Ihr Kopf ist groß und das Profil gerade, die Augen wenig lebhaft, die Ohren sind relativ lang und wackeln während des Trabs. Der Hals ist lang und ohne Krümmung, die Brust ziemlich breit, der Rücken mässig lang, die Kruppe nur wenig abschüssig, die Gelenke sind stark ausgeprägt, die Hufe fest und klein.

Geschichte und Alter: Die Baschkirenpferde sind in den Gebieten Tscheljabins und Tartarien, sowie in den Gouvernements Wiatka, Perm, Ufa und Orenburg beheimatet. Sie sind wahrscheinlich finnischen und mongolischen Ursprungs mit einer Mischung kirgisischen Blutes. Nach im 19. Jhd. durchgeführte Untersuchungen repräsentieren diese Pferde sie erste Stufe der Steppenpferde von dem rein orientalischen zum abendländischen Typus.

Nutzung: Baschkiren sind arbeitswillig und anspruchslos, eine mit Baschkiren bespannte Troika legt an einem Tag 120 bis 150 km zurück. Darüber hinaus werden sie für die Fleisch- und Milchproduktion genutzt.  Eine Stute gibt während einer Laktationsperiode 14001600 Liter, manchmal sogar bis zu 2700 Liter Milch. In der ehemaligen SU nahm die Baschkirische Region den ersten Platz in der Erzeugung von Kumys ein.  Das Volk der Baschkiren, das früher als Nomaden lebte, hat viel von der früheren Haltung beibehalten, doch entfernen sie sich nicht mehr allzu weit von ihren Wohngegenden; daher haben die Pferde den halbwilden Steppenpferdstatus verloren.  Bei der Remontierung zu den Kosakenregimentern des Ural gelangten viele Baschkiren in deren Nutzung.

Zucht: Ihre heutige Zahl wird auf etwa 800.000 geschätzt.

Recherchen eines IG Mitglieds ergaben:

Herkunft: Das Baschkiren-Pferd stammt aus der gleichnamigen Republik Baschkirien, von den einheimischen bevorzugt Baschkortostan genannt. Sie befindet sich an den südlichen Ausläufern des Ural-Gebirges mit der Hauptstadt Ufa.

Ursprung:Die Rasse hat finnischen Ursprung, wurde aber im Laufe der tatrischen Herrschaft durch kirgisische Pferde beeinflusst, so dass sie ihnen sehr ähnlich sind.

Typen: Es gibt den Berg- und den Steppentyp. Der Steppentyp ist größer und leichter bei einem Stockmaß von etwa 140 – 152 cm, der Bergtyp ist kräftiger mit etwa 135 cm Stockmaß.

Exterieur: Großer, meist gerader Kopf, langer Hals, mittlere Brust. Langer, aber kräftiger Rücken mit ausgeprägtem Widerrist. Abfallende Kruppe, dichter Behang. Sehr harte Hufe, starke Knochen, Sehnen und Gelenke.

Eigenschaften: Baschkiren sind sehr robust und vertragen extreme Klimaschwankungen. Die Pferde werden in Herden gehalten, die selbst im Winter grasen und unter dichter Schneedecke Futter für sich hervorscharren. Sie bilden ein dichtes Fell aus, das gelockt sein kann. Baschkiren sind ausdauernd und trittsicher, von ruhigem und geduldigem Temperament, ja bisweilen phlegmatisch. Sie eignen sich als Zug,- Last- und Reitpferde. Die größere Rolle spielen sie jedoch als Fleisch- und Milchlieferant. Neben Kasachen, Nowokirgisen und Kaltblutmixe sind sie eine der besten Milchpferderassen. In einer 7-8 monatigen Laktationsperiode geben sie bis zu 2000 Liter Milch.

Farben: Es kommen Braune, Füchse, Schimmel, Stichelhaarige und Falben vor. Abzeichen sind selten.

Zucht: 1845 wurden die ersten Gestüte eingerichtet. Ziel war es, die Rasse als Arbeitspferd zu verbessern, vor allem aber im Hinblick auf die Milch- und Fleischproduktion. Steppentypen hat man mit Don- und Budjonny-Pferden gekreuzt, Bergtypen mit Trabern und Ardennern. 

Das Baschkiren-Pferd heute: Die Rasse kommt an die modernen Anforderungen als Fleisch- und Milchlieferant sowie als Gebrauchspferd heran. Es gibt 27 Reinzuchtgestüte in der Republik. 21 davon widmen sich der Verbesserung des Baschkiren-Pferdes, die übrigen sechs der Zucht des Russischen und Orlow-Trabers. Gestüte wie Ufimiskii, Irenduik, und Baimakskoe arbeiten fortschrittlich an der Reinerhaltung und Pferdezucht. Baschkortostan hat den drittgrößten Pferdebestand in der russischen Föderation. Dort wurde reiche Erfahrungen in der Kumys-Herstellung und Pferdefleischproduktion gewonnen. In den besten Kumys-Gestüten wird rund ums Jahr und saisonal gemolken. 2000 Tonnen Kumys werden pro Jahr hergestellt (erster Platz in Russland) und 3,5 – 5 Tausend Tonnen Pferdefleisch. Baschkortostan ist das größte Zentrum der Kumys-Herstellung und der Heilung mit Kumys.  

(Nadine Stern - auch auf dem Foto auf ihrem Baschkiren Jantar)